Ernst K. Simader
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Glossar

Kurze Erklärung wichtiger Begriffe der Papier- und Kartonproduktion.
Ausschusslager
Während des Färbevorganges in der Produktion fallen immer wieder nicht verwendbare Papiere an, die bei farbähnlichen Produktionen wieder eingesetzt werden.
Aschegehalt
Der Aschegehalt eines Papiers gibt Auskunft über den Anteil an Verunreinigungen, Füllstoffen und Pigmenten, die neben den Faserstoffen organische Bestandteile im Papier enthalten. Es sind anorganische Substanzen, die nicht verbrennen.
CIE
Commission Internationale de l'Éclairage (Internationale Beleuchtungskommission)
Dekorpapier
Nassfestes, temperaturbeständiges, lichtechtes Spezialpapier hoher Opazität. Es wird mit Phantasie- oder Holzmaser-Design bedruckt und mit Kunstharz getränkt auf Kunststoffplatten laminiert.
Duplex-Querschneider
Duplex-Querschneider ermöglichen zwei unterschiedliche Abschnittslängen gleichzeitig zu schneiden.
Einseitig glatt
In der Papiermaschine kann die noch feuchte Papierbahn einseitig gegen die hochpolierte Fläche eines beheizten Glättzylinders gepresst werden. Dadurch wird eine einseitige Glätte erreicht. Für Packpapiere, Briefumschlagpapiere, etc..
Farbort
Geometrische Beschreibung von Farbton und Farbsättigung einer Farbe. Der Farbort ist eine messtechnische Größe und wird mittels Farbkennzahlen definiert. Trotzdem können Papiere aufgrund ihres Farbortes auf den Betrachter subjektiv unterschiedlich wirken, obwohl sie den gleichen messtechnischen Weiße-Grad haben.
Farbsättigung
Intensität einer Farbe. Wird in einer Skala zwischen 0% und 100% angegeben und beschreibt den Anteil reiner bunter (monochromatischer) Farbe im Gegensatz zum (unbunten) Weiß.
Farbton
Unterscheidung von Farben mit Begriffen wie Rot, Gelb, Orange. Auch Buntton genannt.
Füllstoffe
Bei der Papierherstellung werden zur Verbesserung bestimmter Papiereigenschaften (z.B. Glätte, Weiße, Opazität, Geschmeidigkeit u.a.) der Faserstoffmasse eine Reihe von organischen und anorganischen Mineralstoffen beigegeben, die sich zwischen den Fasern einfügen.
Geleimtes Papier
Der Papierstoffmasse (Ganzzeug) beigegebene Natur- oder Kunstharze bewirken eine bessere Faserverbindung und vor allem eine vielfach erwünschte Widerstandsfähigkeit gegen das Eindringen von Flüssigkeit in das Papier (Tintenfestigkeit).
Gestrichenes Papier
Um eine geschlossene Oberfläche und damit eine noch bessere Bedruckbarkeit (Halbtöne) zu erzielen, wird eine Streichmasse auf sogenannte Streichrohpapiere aufgebracht und in vorgegebener Strichstärke gleichmäßig verteilt. Dazu gibt es verschiedene Verfahren z.B. Rakel-, Walzen-, Bürsten-, Luftdüsenstich. Die Streichmasse besteht z.B. aus China-Clay, Kreide, Kasein, Kunststoffdispersion. Einseitig (=Chromopapier) und beidseitig gestrichene matt-, halbmatt-, glänzendgestrichene und die innerhalb und außerhalb der Papiermaschine gestrichenen Sorten bilden die große Gruppe der Bilderdruck- und Kunstdruckpapiere.
Glätte
Die Oberfläche von Papier ist natürlicherweise etwas narbig. Durch Glättung in der Papiermaschine und in Kalandern (Satinage) kann die Oberfläche mechanisch verbessert werden. Prüfung in speziellen Messgeräten (z.B. nach Beck).
Glanz
Für eine Reihe von Papieren erwünschte optische Eigenschaft (spiegelnd reflektiertes Licht). Allerdings sollte man beachten: Glanz ist nicht unbedingt identisch mit Glätte.
Kaolin
Wird als Füllstoff und Streichpigment bei der Papierherstellung verwendet. Ein Aluminiumsilikat, das als Zersetzungsprodukt tonerdehaltiger Mineralien (hauptsächlich Feldspat) entsteht.
Karton
Oberbegriff für eine Vielzahl verschiedener Sorten und Qualitäten, die gewichtsmäßig von ca. 130g/qm bis 600g/qm zwischen Papier und Pappe liegen (Chromokarton (GC), Chromoersatz-Karton (UC), Chromoduplex-Karton (GD), Chromosulfatkarton, Recyclingkarton).
Kalibrierung
Der Vergleich der mit einem Messgerät ermittelten Werte mit denen einer Referenz oder eines Normals.
Laminieren
Das Verbinden verschiedener Werkstoffe (Papier, Kunststoff, Folie) durch Pressen oder Verkleben zu einem Laminat, das alle guten Eigenschaften der verwendeten Werkstoffe vereinigt.
Mahlung
Charakter und Eigenschaft (z.B. Festigkeit, Volumen, Transparenz, Saugfähigkeit) von Papier werden durch Zerschneiden (=rösch) oder Quetschen (=schmierig) der Papierfaser in Mahlwerken (z.B. Holländer, Refiner) entscheidend vorbestimmt. Typisches Beispiel für schmierige Mahlung: Transparentpapier, für rösche Mahlung: Löschpapier.
Management by View
Alle Abläufe werden so gestaltet, dass man Unregelmäßigkeiten durch Hinsehen erkennt.
Nassfestigkeit
Für bestimmte Einsatzzwecke (z.B. Flaschenetiketten, Papiersäcke, Hygiene) ist eine höhere mechanische Festigkeit des Papiers, auch in nassem Zustand, nötig. Diese Nassfestigkeit wird durch Zusätze (z.B. Kunstharze) im Stoffbrei erzielt.
Nasspartie
Der Teil der Papiermaschine, in dem durch Entwässerung der Faserstoffaufschwemmung (z.B. 99 Teile Wasser : 1 Teil Faserstoff) und Verdichtung (Nasspressen) die Blattbildung bewirkt wird.
Nasspressenpartie
Der Teil der Maschine, in dem filzbespannte Walzen die endlose Papierbahn weiter verfestigen und entwässern.
Nebenbahn
Bei der Ausrüstung von Papierrollen (Längsteilung) anfallende Restbreite (-bahn).
Ink-Jet-Papier
Oberflächenveredeltes Papier für ein berührungsloses Druckverfahren, bei dem das Druckbild durch winzige Tintentröpfchen entsteht, die computergesteuert auf das Papier gespritzt werden.
Pulper
Stoffauflöser, in dem die Rohstoffe für die Papierherstellung mit Wasser zu einem dünnflüssigem Brei vermischt werden.
Opazität
Bezeichnung für die Undurchsichtigkeit des Papiers. Wenn beide Seiten eines Papiers bedruckt werden sollen, ist diese Eigenschaft besonders wichtig. Die Opazität wird dadurch erhöht, dass man der Papiermasse mehr Holzschliff oder Füllstoffe wie Kaolin, Talkum oder Titandioxyd zusetzt. Durch die Füllstoffe entsteht gleichzeitig auch eine glattere Oberfläche.
Primärbedarf
Bedarf an Enderzeugnissen und verkaufsfähigen Ersatzteilen.
Refiner
Kegelförmige Mahlmaschine, in der die Rohstofffasern mit hoher Geschwindigkeit aufgeschlagen (gequetscht, fibrilliert) werden. Dies geschieht durch Reiben der Fasern untereinander und durch Einwirken von Zentrifugalkräften zwischen feststehenden Messern/Scheiben und einem konischen Metallgehäuse.
Rezeptur
Mengenanteil der verwendeten Materialien zur Erstellung des Blattes.
Sekundärbedarf
Der Sekundärbedarf ist der Bedarf an Rohstoffen, Einzelteilen und Baugruppen, die zur Erstellung des Primärbedarfes benötigt werden.
Spektralfotometer
Farbmessgerät, das durch Beleuchten der Messfläche über das gesamte Spektrum (von infrarot bis ultraviolett) des sichtbaren Lichtes die Remissionswerte (Reflexionsverteilung über der Wellenlänge) bestimmt.
Standardmuster
Archivierte Dekorpapierblätter, die im Falle einer Wiederholfertigung als Vorlage für die Produktion dienen. Einer der schwierigsten Prozesse bei der Dekorpapierherstellung ist das Einstellen der Farbe, das von einer Vielzahl von Faktoren abhängt und nicht einfach per Knopfdruck erfolgen kann.
Stoffauflauf
Ein wichtiger Teil der Papiermaschine. Er führt die jeweils richtige Faserstoffmenge für die definierte Papierstärke dem Endlossieb in ganzer Maschinenbreite gleichmäßig zu.
Tambour
Zylindrischer Stahlkern, auf dem das Papier oder der Karton aufgerollt wird. Meist wird auch die fertig aufgewickelte Bahn als Tambour bezeichnet. Der fertige Tambour wird entweder auf Umrollmaschinen zu Rollenverarbeite oder auf Schneidmaschinen zu rechteckigen Formaten geschnitten.
Verpressung
Das Dekorpapierblatt wird mit Melaminharz getränkt und mit einer Pressspan- oder Phenolplatte verpresst.
Wellpappe
Aus gewelltem Papier oder Karton zwei- und mehrlagiges gefertigtes, stoßdämpfendes Verpackungsmittel. In verschiedenen Güteklassen.
Zellstoff
Das auf chemischem Wege aus pflanzlichen Rohstoffen gefertigte Fasermaterial. Dabei sind die nicht faserigen Bestandteile zum größten Teil herausgelaugt. Je nach der verwendeten chemischen Lösung erhält man Sulfitzellstoff oder Sulfatzellstoff, neben dem Altpapier die wichtigsten Ausgangsprodukte der Papierherstellung. Die chlorfreie Bleichung des Zellstoffes setzt sich seit Beginn der 90er Jahre verstärkt durch.
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